LöschgruppenFahrzeuge

Logo

Löschgruppenfahrzeuge sind die bei den freiwilligen Feuerwehren am häufigsten vorhandenen Fahrzeuge. Sie werden in verschiedene Kategorien unterteilt:

  • LF 8
  • LF 8/6
  • LF 16/12
  • LF 16-TS
  • LF 24 (in Hessen nicht mehr genormt)

Alle Löschgruppenfahrzeuge bieten Platz für eine Besatzung von 9 Personen (Löschgruppe) und haben eine fest eingebaute, vom Fahrzeugmotor angetriebene Feuerlösch - Kreiselpumpe (FP). Sie unterscheiden sich jedoch im Umfang der Beladung, in der Menge des mitgeführten Wasservorrates, in der Antriebsart sowie in der Fahrzeuggröße und damit im zul. Gesamtgewicht.


LF 8

LF 8 sind die kleinsten Löschgruppenfahrzeuge. Sie dienen vornehmlich zur Brandbekämpfung, zur Wasserförderung sowie zur Durchführung einfacher technischer Hilfeleistungen kleineren Umfangs. Sie verfügen neben ihrer feuerwehrtechnischen Beladung über eine vom Fahrzeugmotor angetriebene Feuerlösch-Kreiselpumpe FP 8/8 (800 l/min bei 8 bar), die als Vorbaupumpe ausgeführt ist. Im Fahrzeugheck befindet sich eine auf einem ausziebahren Schlitten gelagerte Tragkraftspritze TS 8/8 (800 l/min bei 8 bar). LF 8 führen kein Wasser mit. Sie können mit einer Zusatzbeladung für Technische Hilfeleistung ausgerüstet sein. Ihr zul. Gesamtgewicht beträgt
  • 6000 kg ohne Zusatzbeladung bei Straßenfahrgestell
  • 7500 kg mit Zusatzbeladung bei Straßenfahrgestell
  • 9000 kg mit Zusatzbeladung bei Allradfahrgestell

LF 8 der FFw Überau

LF 8 der FF Reinheim/Überau (Kreis DA-DI)
(Foto: Klaus Schmitt)


LF 8/6

Diese Fahrzeuge sind in Hessen erst seit Anfang der 90er Jahre genormt und lösen nach und nach die bisher verwendeten LF 8 ab. Ihr großer Vorteil besteht darin, daß sie über einen eingebauten Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 600 Litern verfügen. Die eingebaute Feuerlösch-Kreiselpumpe FP 8/8 ist deswegen auch nicht mehr als Vorbaupumpe, sondern als Heckpumpe ausgeführt. Über eine Schnellangriffseinrichtung (formfester Schlauch, der direkt an die Pumpe angeschlossen ist) kann im Einsatzfall sofort Löschwasser abgegeben werden.
LF 8/6 verfügen über eine feuerwehrtechnische Beladung für eine Löschgruppe. Daneben können sie mit verschiedenen Sonderausrüstungen ausgestattet sein:
  • zus. seitlich eingeschobene Tragkraftspritze

  • oder
  • Zusatzausstattung Technische Hilfeleistung

  • oder
  • Zusatzausstattung Gefahrgut

Das zul. Gesamtgewicht darf 7,5t (Straßenfahrgestell), bzw. 9t (Allradfahrgestell) nicht überschreiten.

LF 8/6 Gundernhausen

Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 der FF Roßdorf/Gundernhausen (Kreis DA-DI)
(Foto: Andreas Schulz)

LF 8/6 mit Zusatzbeladung Gefahrgut der FF Brensbach width=

Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit Zusatzbeladung Gefahrgut der FF Brensbach (Hessen)
(Foto: Andreas Schulz)


LF 16/12

Löschgruppenfahrzeuge LF 16/12 dienen vornehmlich zur Brandbekämpfung, zum Fördern von Wasser und zur Durchführung einfacher technischer Hilfeleistungen. Sie sind eigentlich "die Universalfahrzeuge" und in fast jeder Stadt/Gemeinde mindestens einmal vorhanden. Neben einem Wasservorrat von 1200 Litern (auf Wusch auch 1600 l) verfügen sie über eine fest eingebaute Feuerlösch-Kreiselpumpe FP 16/8 (1600 l/min bei 8 bar) im Heck sowie eine Schnellangriffseinrichtung. Zusätzlich zur standardmäßigen feuerwehrtechnischen Beladung führen sie sehr oft noch Geräte zur erweiterten technischen Hilfeleistung mit (z.B. Rettungsschere/-spreitzer, Hydrozylinder, Hydraulikaggregat, Luftheber, Dichtkissen, Motor-Kettensäge, Trennschleifer, etc.).
LF 16/12 sind auch für Laien leicht von anderen Löschfahrzeugen zu unterscheiden: Am Fahrzeugheck ist eine abnehmbare, fahrbare Schlauchhaspel für B-Druckschläuche aufgehängt. Außerdem ist auf dem Dach des Geräteaufbaus neben der obligatorischen 4-teiligen Steckleiter, die (fast) alle Löschfahrzeuge mit sich führen, auch eine Schiebeleiter gelagert.
Das zul. GG beträgt 12000 kg, das Fahrgestell hat Allradantrieb.

LF 16/12 FF Groß-Bieberau

Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 der FF Groß-Bieberau (Kreis DA-DI)
(Foto: Andreas Schulz)


LF 16-TS

Das Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS ist quasi der "große Bruder" des LF 8. Es entspricht von der Beladung her dem LF 16/12, führt jedoch kein Wasser mit sich. Die eingebaute, vom Fahrzeugmotor angetriebene Feuerlösch-Kreiselpumpe FP 16/8 (1600 l/min bei 8 bar Ausgangsdruck) ist als Vorbaupumpe ausgeführt (Ausnahme: alte Fahrzeuge von Magirus). Im Fahrzeugaufbau befindet sich eine auf einem ausziebaren Schlitten gelagerte Tragkraftspritze TS 8/8.

LF 16-TS

Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS der FF Delbrück/Westenholz (NRW)
Altes Magirus-Fahrzeug mit Heckpumpe
(Foto: Andreas Schulz)

LF 16-TS FFw Groß-Bieberau

Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS der FF Groß-Bieberau (Kreis DA-DI)
(Foto: Andreas Schulz)


LF 24

LF 24 sind die "Flaggschiffe" unter den Löschgruppenfahrzeugen. Sind sind in Hessen nicht mehr "in der Norm" und bei Freiwilligen Feuerwehren auch nur sehr selten anzutreffen.
LF 24 sind eine Kombination aus Löschgruppenfahrzeug und Rüstwagen, d.h. sie führen zusätzlich Geräte und Werkzeuge für technische Hilfeleistungen mit. So ist z.B. ein fest eingebauter, vom Fahrzeugmotor angetriebener Stromerzeuger vorhanden. Am Fahrzeugheck ist ein teleskopierbarer Lichtmast angebracht. Die eingebaute Feuerlösch-Kreiselpumpe FP 24/8 fördert 2400 l/min bei 8 bar Ausgangsdruck. Der Wassertank faßt 1600 Liter, der Tank für Schaummittel 200 Liter.
Das Fahrzeug hat ein zul. GG von 16000 kg, das Fahrgestell hat Straßenantrieb.
Die hier genannten Werte richten sich nach der alten Norm für LF 24. Da diese Fahrzeuge überwiegend bei Berufs- und Werkfeuerwehren eingesetzt werden, sind sie dort in den verschiedensten Varianten vorhanden. Beladung, Gewicht, Fahrgestell, Besatzung, Wassertank, etc. sind je nach Bedarf der entsprechenden Wehr unterschiedlich.

LF 24

Löschgruppenfahrzeug LF 24
(Foto: Fa. Albert Ziegler)

Andreas Schulz 04.01.1998