Hubrettungsfahrzeuge

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Hubrettungsfahrzeuge werden zur Menschenrettung, Brandbekämpfung und zur technischen Hilfeleistung eingesetzt. Zu ihnen zählen Drehleitern (nur sie sind in Hessen genormt), Gelenk- und Teleskopmasten. Hubrettungsfahrzeuge sind überwiegend bei größeren Freiwilligen Feuerwehren sowie Berufs- und Werkfeuerwehren zu finden und kommen deshalb sehr oft überörtlich zum Einsatz.


Drehleitern

Unterschieden wird in Drehleitern mit maschinellem Antrieb und solchen mit Handantrieb.
Drehleitern mit maschinellem Antrieb, die ohne (DL) oder mit Rettungskorb (DLK) ausgestattet sein können, werden in 3 Typen unterteilt:

  • DL 12-9, DLK 12-9         zul. GG 9000 kg, Leiterlänge 16m
  • DL 18-12, DLK 18-12     zul. GG 12000 kg, Leiterlänge 25m
  • DL 23-12, DLK 23-12     zul. GG 14000 kg, Leiterlänge 30m

Drehleitern mit Handantrieb sind grundsätzlich nicht mit einem Rettungskorb ausgerüstet. Hier gibt es nur den Typ

  • DL 16-4       zul. GG 7500 kg, Leiterlänge 18m

Alle Drehleitern werden mit einem Trupp (1/2) besetzt und haben Straßenantrieb. Sie verfügen über eine feuerwehrtechnische Beladung (Schläuche, Strahlrohre, Stromerzeuger, etc.). DLK's sind darüber hinaus oft mit einer Krankentragen-Halterung ausgestattet. Diese Halterung wird bei Bedarf am Rettungskorb befestigt und macht es so möglich, kranke oder verletzte Menschen auf einer Trage so schonend wie möglich aus größeren Höhen zu retten. Zur Brandbekämpfung kann am Korb ein sog. Wenderohr befestigt werden, daß über einen speziellen Schlauch gespeist wird, der einige Meter länger ist als die voll ausgefahrene Leiter.
Einige Drehleitern sind mit einer "Kraneinrichtung" am untersten Leiterteil ausgerüstet, mit der (nicht zu große) Lasten gehoben werden können.
Drehleitern werden aus einem Steuerstand am "Leiterstuhl" gesteuert. Bei den meisten DLK's ist diese Steuerung zusätzlich auch mittels eines Bedienpultes im Korb möglich. Der Korb selbst wir bei älteren DLK's am Leiterstuhl oder auf dem Fahrzeugaufbau mitgeführt und bei Bedarf an der Leiterspitze angehängt. Neuere DLK's verfügen über einen umklappbaren Korb, der ständig montiert ist und im Einsatzfall automatisch aufgerichtet wird.

Von den Herstellerfirmen Iveco Magirus und Metz werden zusätzlich Drehleitern hergestellt, die höher belastbar sind, als die "normalen" Fahrzeuge. Sie haben ein dreiachsiges Fahrgestell, einen schwereren Aufbau und einen größeren Rettungskorb. Die Bezeichnungen für diese Fahrzeuge lauten LB 30 (Iveco Magirus, LB = Leiterbühne), bzw. DL 30 S (Metz). Die "30" bezieht sich hier auf die Leiterlänge, die 30 m beträgt.
Ein neuer Leitertyp, eine DLK 23-12 GL wird seit einigen Jahren von Iveco-Magirus hergestellt. Bei diesem Fahrzeug sind die letzten Meter des oberen Leiterteiles mit dem Rettungskorb nach unten abklappbar. Der Vorteil: es ist so möglich, auch über Hindernisse (z.B. Dachgiebel) hinweg mit dem Korb an tiefer gelegene Einsatzstellen zu gelangen.
Eine andere Variante von Drehleitern wurde eine Zeit lang von der Fa. Metz produziert: Die DLK 23-12 SE (SE = Soforteinatz, Soforteinstieg). Bei diesem Typ war der Leiterstuhl im vorderen Drittel des Fahrzeugaufbaus montiert. Die Leiter war dann im Ruhezustand nicht nach vorn über das Kabinendach, sondern nach hinten abgelegt. Die Gesamthöhe des Fahrzeuges konnte damit reduziert werden.

Drehleiter DL 30

Drehleiter DL 23-12 (ehem. DL 30), Fahrgestell und Leiter von Magirus
Dieses in den 50er Jahren gebaute Fahrzeug verfügt noch, wie damals oft üblich, über eine Staffelkabine (1/5)
(Foto: Andreas Schulz)

Drehleiter DLK 30

Drehleiter DLK 23-12 (Aufbau und Leiter von Metz)
Bei diesem Fahrzeug wird der Rettungskorb unter dem Leiterpark mitgeführt und im Einsatzfall an der Leiterspitze angehängt
(Foto: Andreas Schulz)

Drehleiter DLK 23-12 FF Dieburg

Drehleiter DLK 23-12 der FF Dieburg (Kreis DA-DI)
Bei diesem Fahrzeug (Aufbau und Leiter von Metz) ist der Rettungskorb ständig an der Leiterspitze montiert
(Foto: Klaus Schmitt)

Drehleiter DLK 23-12 mit Nachlaufachse

Drehleiter DLK 23-12 mit Nachlaufachse der BF Frankfurt/M. (Hessen)
Dieses Fahrzeug verfügt über eine Nachlaufachse, wodurch es gerade im engen Stadtverkehr sehr wendig ist.
Sehr selten ist die hier ausgeführte Kombination von Mercedes (Fahrgestell) und Magirus (Leiter)
(Foto: Andreas Schulz)

Drehleiter DLK 23-12 niedrige Bauform

Drehleiter DLK 23-12 niedrige Bauform (Aufbau und Leiter von Ziegler-Camiva)
Bei diesem Fahrzeug wurde das Führerhaus vor der Vorderachse angebracht. Dadurch konnte es tiefer gesetzt werden, womit ein geringere Gesamthöhe (3,06m) erreicht wurde. Ähnliche Fahrzeuge werden auch von den Herstellern Iveco Magirus und Metz produziert.
(Foto: Fa. Albert Ziegler)

Leiterbühne LB 30 n.B.

Leiterbühne LB 30 (Iveco Magirus) der BF Frankfurt/M. (Hessen)
Auch bei diesem Fahrzeug wurde das Führerhaus tiefer gelegt, um eine niedrigere Gesamthöhe zu erreichen.
(Foto: Andreas Schulz)

Drehleiter DL30s BF Darmstadt

Drehleiter DL 30s (Metz) der Berufsfeuerwehr Darmstadt (Hessen)
(Foto: Klaus Schmitt)



Gelenk- und Teleskopmasten

Gelenk (GM)- und Teleskopmasten (TM) sind in Hessen nicht genormt und werden damit in der Regel auch nicht bezuschußt. Aus diesem Grund sind sie (obwohl sie in den Anschaffungskosten oft günstiger sind als Drehleitern) meistens bei Werk- und Berufsfeuerwehren zu finden. Doch auch so manche Freiwillige Feuerwehr, der keine Drehleiter "zusteht" (und die somit zur Anschaffung auch keinen Zuschuß bekommt), setzt, eben wegen der geringeren Anschaffungskosten, solche Fahrzeuge ein. So hat z.B. im Landkreis Darmstadt-Dieburg die FF Babenhausen vor einiger Zeit einen Gelenkmast GM 22 in ihren Fahrzeugpark aufgenommen.

GM 22 FF Babenhausen

Gelenkmast GM 22 der FF Babenhausen (Kreis DA-DI)
(Foto: FF Babenhausen)

TM 40 WF Merck

Teleskopmast TM 40 der WF Merck, Darmstadt (Hessen)
(Foto: Andreas Schulz)

Andreas Schulz 6.10.1998