Fahrzeuge der Feuerwehren

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"Die Autos der Feuerwehren sehen doch alle gleich aus" sagte mir letztens ein Bekannter und fragte dann im nächsten Satz: "Gibt es da wirklich Unterschiede, mal von den Leiterwagen abgesehen?". Es gibt sie! Um Ihnen diese Unterschiede aufzuzeigen, sind diese Seiten gemacht worden. Auch wollen wir Ihnen hier Informationen über die verwendeten Abkürzungen für die einzelnen Fahrzeuge sowie über Art und Umfang ihrer Beladung geben.

Auf den folgenden Seiten zeigen wir Ihnen überwiegend Fahrzeuge aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Daß jedoch auch Fahrzeuge aus anderen Kreisen oder Städten abgebildet sind, kann zwei verschiedene Gründe haben:
1. Ein entsprechendes Fahrzeug ist im Kreis DA-DI nicht vorhanden
2. Der Verfaser hat zur Zeit noch kein Foto eines entsprechenden Fahrzeuges aus dem Kreis DA-DI


Die Normen

Art und Beladung von Feuerwehrfahrzeugen sind in Hessen (und in allen anderen Bundesländern auch) durch DIN-Normen festgelegt. Freiwillige Feuerwehren (und damit die Städte und Gemeinden, die deren Träger sind) müssen sich bei der Beschaffung von neuen Fahrzeugen nach diesen Normen richten, um in den Genuß von Zuschüssen des Landes zu kommen. Berufsfeuerwehren werden nicht vom Land bezuschußt, und deshalb sieht man dort sehr oft Fahrzeuge, die auf die speziellen Anforderungen und Bedürfnisse der jeweiligen Stadt ausgelegt sind und dabei von der Norm abweichen. Auch einige Freiwillige Feuerwehren sind auf diese Weise in den Besitz von "Unikaten" gekommen (z.B. FFw Griesheim, FFw Dietzenbach, FFw Riedstadt - Wolfskehlen, etc.).

Die Normen im Einzelnen:

  • DIN 14503: Feuerwehr-Anhänger, einachsig
  • DIN 14505: Wechsellader-Fahrzeuge
  • DIN 14507: Einsatzleitfahrzeuge
  • DIN 14520: Tragkraftspritzen-Anhänger
  • DIN 14521: Anhänger mit Schaum-/Wasserwerfer
  • DIN 14530: Löschfahrzeuge
  • DIN 14555: Rüst- und Gerätewagen
  • DIN 14565: Schlauchwagen
  • DIN 14701: Drehleitern mit maschinellem Antrieb
  • DIN 14703: Anhängeleitern


Die Abkürzungen

Was bedeutet den nun LF 16/12, RW 2 oder DLK 23-12?
Die Buchstaben geben die Bezeichnung des Fahrzeugtyps an. Dies sind:

    Einsatzleitfahrzeuge, Mannschaftstransportfahrzeuge:
  • ELW: Einsatzleitwagen

  • oder auch
  • ELF: Einsatzleitfahrzeug
  • MTW: Mannschaftstransportwagen

  • oder auch
  • MTF: Mannschaftstransportfahrzeug

    Löschfahrzeuge:
  • LF: Löschgruppenfahrzeug (LF/TS: ohne Wassertank, mit eingesch. Tragkraftspritze)
  • TLF: Tanklöschfahrzeug (Zusatz "Tr" = Truppbesatzung)
  • TroLF: Trockenlöschfahrzeug
  • TroTLF: Trockentanklöschfahrzeug
  • TSF: Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF/W: mit Wassertank)

    Rüst- und Gerätewagen:
  • RW: Rüstwagen
  • VRW: Voraus-Rüstwagen
  • GW: Gerätewagen
    • GW-AS: Gerätewagen Atemschutz
    • GW-G: Gerätewagen Gefahrgut
    • GW-U: Gerätewagen Umwelt
    • GW-N: Gerätewagen Nachschub
    • GW-L: Gerätewagen Licht
  • HGW: Hilfsgerätewagen
  • WLF, WAF: Wechselladerfahrzeug, Wechselaufbaufahrzeug
  • WA, WLA, AB: Wechselaufbau, Wechselladeraufbau, Abrollbehälter

    Hubrettungsfahrzeuge:
  • DL: Drehleiter
  • DLK: Drehleiter mit Korb (Zusatz "n.B." = niedrige Bauform)
  • GM, GMB: Gelenkmast, Gelenkmastbühne
  • TM, TMB: Teleskopmast, Teleskopmastbühne

    Anhänger:
  • FWA: Feuerwehr-Anhänger
  • TSA: Tragkraftspritzen-Anhänger
  • SWW: Schaum-/Wasserwerfer-Anhänger
  • AL: Anhängeleiter
  • LIMA: Lichtmast-Anhänger
  • MZB: Mehrzweck-Boot

Die hier verwendeten Abkürzungen sind noch recht einfach und auch logisch. Etwas schwieriger wird es bei den Zahlen hinter diesen Bezeichnungen:

Einsatzleitfahrzeuge, Rüstwagen:
Hier tauchen in der Regel nur die Zahlen 1, 2 und 3 auf (z.B. ELW 1, RW 2), die angeben, wie groß das Fahrzeug und wie umfangreich seine Beladung ist.

Löschfahrzeuge:
Hier müssen wir uns meistens mit zwei Zahlen "herumschlagen" (z.B. LF 16/12, TLF 24/48). Dabei gibt die erste Zahl die Nennförderleistung (in 100 Litern) der eingebauten, vom Fahrzeugmotor angetriebenen Pumpe an. Die Zahl "16" bedeutet also, daß die Pumpe 1600 l/min. bei 8bar Nennförderdruck fördert ("8" = 800 l, "24" = 2400 l).
Die zweite Zahl gibt an, wie groß der nutzbare Inhalt (in 100 Litern) des eingebauten Wassertank's ist. Die Zahl "48" bedeutet also, daß das Fahrzeug einen Wassertank mit einem nutzbaren Inhalt von 4800 l besitzt ("6" = 600 l, "12" = 1200 l).

Hubrettungsfahrzeuge:
Auch hier sind zwei Zahlen angegeben (z.B. DLK 23-12). Die erste Zahl gibt die Nennrettungshöhe, die zweite Zahl die Ausladung der Leiter bei dieser Nennrettungshöhe an.
"23-12" bedeutet also, daß die Nennrettungshöhe 23m bei 12m Ausladung beträgt.
Bei älteren Drehleitern ist oft nur deren Länge (in m) angegeben (z.B. DL 30).


Fahrzeug-Besatzungen

Bei der Lektüre der nachfolgenden Seiten werden Sie immer wieder auf die Begriffe Trupp, Staffel und Gruppe stoßen. Dabei gilt:
  • Trupp = 2-3 Personen
  • Staffel = 6 Personen
  • Gruppe = 9 Personen
Oft finden sie auch Bezeichnungen wie "1/5". Hierbei handelt es sich um eine Staffel, wobei die "1" für den Staffelführer und die "5" für die restlichen Staffelmitglieder stehen. Gleiches gilt für die Gruppe (1/8) sowie für den Trupp (1/1, bzw. 1/2).


Feuerwehrtechnische Beladung

Beim Lesen dieser Seiten stoßen Sie immer wieder auf den Begriff "Feuerwehrtechnische Beladung". Hierunter versteht man die Gerätschaften, die für das entsprechende Fahrzeug laut Norm als Mindestausstattung vorgesehen sind und darüber hinaus je nach Bedürnissen der jeweiligen Wehr durch Zusatzausstattungen ergänzt werden können. Art und Umfang ist dabei je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich. Jedes Feuerwehrfahrzeug ist mit Materialien für Erste Hilfe und Handfeuerlöschern ausgestattet, und (fast) alle Großfahrzeuge (TSF, TLF, LF, RW, SW) führen eine 2- oder 4-teilige Steckleiter mit. LF 16/12 und LF 16-TS verfügen zusätzlich über eine Schiebeleiter. Während Löschfahrzeuge (LF, TLF, TSF) überwiegend mit Löschgeräten (z.B. Druckschläuche der Größen B, C und D, entsprechende Strahlrohre, Saugschläuche, Atemschutzgeräte, Schaumrohre und -zumischer, etc.) bestückt sind, findet man dagegen auf Rüst- und Gerätewagen hauptsächlich Werkzeuge für die technische Hilfeleistung (z.B. Greifzüge, Schweißgeräte, Hydraulische Rettungsgeräte, Rüsthölzer, Stahlseile und Schäkel, Hydraulikheber, Dichtkissen, Scheinwerfer mit Stativen und Kabeltrommeln, etc.). Man kann hier jedoch keine strikte Trennung vornehmen, denn auch Löschfahrzeuge sind teilweise mit Geräten für die technische Hilfeleistung beladen. Näheres dazu finden Sie bei den Beschreibungen der einzelnen Fahrzeugtypen.


Bis jetzt haben Sie schon einiges über Feuerwehrfahrzeuge erfahren. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die einzelnen Typen noch näher vor. Klicken Sie einfach auf die Bezeichnungen unten auf der Seite.


Herzlich bedanken möchte ich mich bei:
Albert Ziegler GmbH & Co.KG Feuerwehrgerätefabrik und Schlauchweberei,
Klaus Schmitt (FF Ober-Ramstadt),
Ralf Hennig (FF Rossdorf)
FF Babenhausen,
Sie alle haben Bilder zu diesen Seiten beigesteuert.

Für diese Seiten und für mein Privatarchiv suche ich noch Bilder von folgenden Fahrzeugen:

  • Fahrzeuge aus den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Offenbach, Groß-Gerau, Odenwald, Bergstraße, Main-Taunus, Hochtaunus, Main-Kinzig
  • ELW 1, ELW 2, ELW 3, TSF-W, TSF, MTF, TroTLF, TroLF, PLF, ZB, VRW, DLK 23-12 nB, LB 30, DL 30 S, DLK 23-12 SE, DL(K) 18-12, DL(K) 12-9, DL 16-4, DL 37, DL 45, DL 50, RW 1, RW 2, RW 3, SW 1000, SW 2000, WLF, WA, GW-Licht, LKW, "Falcon", Gelenk- und Teleskopmasten, Gelenk-Löscharme (Schwing), Rettungsfahrzeuge von Feuerwehren, Feuerwehr-Anhänger

  • sowie

  • Feuerwehr-Oldies aller Art, Sonderfahrzeuge, "Exoten", Eigen(um)bauten, Fahrzeuge der BF Frankfurt/M., Berliner Feuerwehr, BF München, BF Darmstadt, BF Wiesbaden, BF Ludwigshafen, BF Mannheim, BF Köln, BF Karlsruhe, BF Hamburg, BF Bremen, FF Recklinghausen, Fahrzeuge von Werkfeuerwehren, Fahrzeuge von Flughafen-Feuerwehren

  • sowie

  • Einsatzfotos aller Art

Andreas Schulz 6.10.1998